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16. Dezember 2020

Vier Management-Tipps für ein gutes 2021

Ein unvergessliches Jahr zum Vergessen: Das war 2020.

Und noch ist längst nicht klar, ob die Silberstreifen am Horizont nicht doch nur Sternschnuppen sind, die schnell wieder verglühen, oder Kometen, die mit verheerenden Folgen bei uns einschlagen werden. Doch allen Unwägbarkeiten zum Trotz verlangt der Job des Managers genau das: Unsicherheit und Unschärfe aushalten und die Umstände optimistisch, aktiv und bestmöglich managen.

Wie aber soll das gehen in einer Zeit, die es so noch niemals gegeben hat? Woran können wir uns orientieren, stehen wir doch ohne Blaupausen da, die wir aus dem Schrank unserer Erfahrungen ziehen können. Ich halte das jedoch nicht nur für einen Fluch, sondern durchaus auch für einen Segen. Die meisten Unternehmen machen nämlich Jahr für Jahr immer wieder mehr vom Gleichen, um dadurch etwas mehr zu verdienen. 2021 aber wird dem einen dicken Strich durch die Rechnung machen.

Wer jetzt nicht umdenkt und anders handelt als zuvor, wird ganz klar zu den Verlierern gehören.

In der Folge habe ich einige Tipps zusammengestellt, wie wir 2021 erfolgreich umsetzen können. Einige dieser Gedanken habe ich zwar bereits im Frühjahr mit Ihnen geteilt, doch haben sie an Aktualität nichts eingebüßt. Im Gegenteil, sie sind dringlicher und lebenswichtiger denn je.


Tipp 1: Hoffnung ist keine Strategie

In den meisten Fällen ist es ebenso hart, die Wahrheit einzusehen, wie ihr mutig ins Gesicht zu blicken: Corona ist lediglich ein Beschleuniger und Verstärker von Umständen und Versäumnissen, die über kurz oder lang ohnehin zu Problemen geführt hätten. Leider lässt das Virus uns nur wenig Zeit, um das Ruder herumzuwerfen. Klar ist: Hoffnung ist keine Strategie, und 2021 wird sie erst recht nicht genügen.

Es ist vielmehr Zeit, alte Zöpfe abzuschneiden und sich zu fragen: Ist unser Geschäftsmodell überhaupt noch zukunftsfähig? Wer keine neuen Produkte hat und keine neuen Kunden gewinnt, stagniert und fällt schließlich zurück.


Tipp 2: Arbeiten Sie an der Strategie

So schlimm die Krise und ihre Auswirkungen im alten und neuen Jahr auch sind: Sie geben uns Raum und Zeit für die Arbeiten, die in der Tageshektik oft auf der Strecke bleiben. Jetzt ist der Moment, mit alten Mustern zu brechen: Wo liegen neue Geschäftsfelder und Möglichkeiten, sich anders auszurichten, noch ungenutzte Wertschöpfungsströme zu erschließen und sich dafür optimal aufzustellen? Dazu gilt es, sich mit kreativer Energie frei zu machen von Angst und Schreckensszenarien. Ob man es glaubt oder nicht: Es wird eine Zeit nach Corona geben!

Aber übertreiben Sie nicht. In einem meiner Strategieprojekte hieß es vor einiger Zeit: „Wir müssen sämtliche Strategieoptionen neu denken, denn nach der Krise wird alles anders sein.“ Vorsicht: Hier wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, denn das meiste wird nach der Pandemie genauso sein, wie es vorher war: Die Markt- und Konsumgewohnheiten werden sich nicht groß verändert haben, die sozialen Interaktionen werden wieder aufgenommen, und vieles wird von Neuem seinen gewohnten Gang gehen. Dass sich die Dinge wieder einpendeln werden, heißt jedoch nicht im Mindesten, dass sie keine neuen Ideen vertragen.

Überlegen Sie auch unter diesen Umständen genau, welche bewährten Strategieprojekte noch sinnvoll sind und welche neuen Strategien besser funktionieren werden als Ihr bisheriges Programm. Tun Sie das so bald wie möglich, und beginnen Sie ohne Zögern mit der Umsetzung.


Tipp 3: Die Kunden auf den Prüfstand stellen

Lukrative Geschäfte sind nur mit Kunden zu realisieren, die investitionsfähig und -bereit sind. Leider können auch langjährige treue Kunden diese Eigenschaften plötzlich verlieren. Ein Virus ist nur ein möglicher Grund dafür. So kann die Geschäftsleitung wechseln, eine neue Strategie beschlossen werden oder der Markt sich auflösen. Die Kernfrage lautet:

Wer als möglicher Kunde ist robust in der Krise, weil sein Geschäft immer brummt, oder ist es jetzt sogar ganz besonders? Welche Branchen profitieren aktuell am stärksten von der Situation, und welche hängen am staatlichen Hilfetropf? Wer hat Bedarf für unsere Produkte und kann sie bezahlen?

Ändern und erweitern Sie Ihren Kundenkreis und/oder Ihre Produktpalette. Denken Sie an die edding AG: Diesen Namen verbinden wir nahezu ausschließlich mit Filzmarkern. Vor einigen Jahren brachte sie einen Nagellack auf den Markt, und heute bietet das Unternehmen sogar Industriedrucker an.


Tipp 4: Handeln Sie kontraintuitiv

In der Krise scheidet sich das Mittelmaß von den High-Performance-Organisationen, mit denen ich regelmäßig zu tun habe.

Überdurchschnittliches leisten Organisationen, die kontraintuitiv handeln nach dem Motto „Jetzt erst recht!“.



So beispielsweise ein Industriekonzern, der die Krise nutzt, um künftig mit begrenzten Kapazitäten mehr zu schaffen statt weniger durch die Optimierung von Prozessen und Strukturen unter hohem Druck! Das nicht nur für die Zeit der Krise, sondern auch darüber hinaus. Erstaunlich, was sich da alles erreichen lässt.


Haben diese und andere Unternehmen keine Stilllegungen von Fabriken, Schichtausfälle, Lieferengpässe und andere Herausforderungen zu meistern? Doch, natürlich haben sie das, und sie leiden genauso wie alle anderen Unternehmen auch unter den Auswirkungen der Pandemie! Aber Jammern ist für sie keine Option. Ebenso wenig wie Dinge aufzuschieben und sich totzustellen, nur weil das Umfeld derzeit schwierig ist.


Auf Aktivität kommt es an

Wichtig ist: Wer 2021 aktiv und mutig ist, wird sein Geschäft nicht nur retten, sondern sogar auf ein neues Level heben, weil er sich von anderen absetzt, die – mit dem Kopf im Sand – auf Besserung warten.

Es kommt darauf an, Wege zu finden und zu beschreiten, die noch nie gegangen wurden, anders zu denken, wo Glaubenssätze die Entwicklung blockieren, und das Heft des Handelns zu ergreifen, statt untätig zu hoffen, dass am Ende alles nur halb so schlimm sein wird.

Ihr Matthias Kolbusa


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