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Negative Politik im Unternehmen. Wir doch nicht!

30. Juni 2019 | von Matthias Kolbusa | 1 Kommentar

30. June 2019 | by Matthias Kolbusa | 1 comment

„Bei uns spielt negative Politik keine große Rolle, da sind wir wirklich einzigartig.“

Nicht nur ich, auch Sie haben diesen Satz so oder ähnlich schonmal gehört. Doch so einzigartig, wie wir uns in dieser Hinsicht als Unternehmen oder als Mitgestalter auf den höheren Managementebenen fühlen, sind wir nicht. Und allzu oft glauben die, die sich über lästige und kräfteraubende Politik beschweren, gar nicht Teil dieses Systems zu sein. Doch sie werden zwangsläufig mitgezogen und müssen darauf reagieren.

Die einen turnen vor, die anderen tanzen mit

Ein Großteil der negativen Politik im Unternehmen dient allein dem Erhalt von Vorrechten und Machtpositionen. Sie wird von Menschen aus Angst und Unsicherheit betrieben, Diese tun vorzugsweise das, was ihrer Positionierung und Sicherheit kurzfristig nutzt, selbst wenn es dem Unternehmen wenig hilft oder sogar schadet. Dass sie damit weder ihren Bereich und das Unternehmens voranbringen noch einen höheren persönlichen Reifegrad erfahren, bleibt diesen Personen verborgen – wenn es nicht pure Absicht ist.

In der Konsequenz fühlen sich andere aus Unverständnis und menschlich verständlichem Schutzverhalten berufen, bei dieser Politik mitzumachen. Meist reagieren sie nur und schwimmen mit dem Strom, statt aktiv mitzumischen. Doch irgendwann zerbricht der ethische Kompass selbst jener, die mit höchster Integrität gesegnet ins Unternehmen eingetreten sind. Geopferte Ideale werden zu verschenkten Potenzialen, und die unternehmerische Produktivität sinkt bedenklich.

Die zwei Hebel der Politikentschärfung

Nach meiner Beobachtung weisen die besten Unternehmen eine Politik-Quotienten von nur ca. 10% auf: Nur ein Zehntel der Mitarbeiter- und Managementzeit wird der internen Politik gewidmet, während 90% auf den Markt, nach außen, auf die Kunden und die damit verbundene Wertschöpfung, gerichtet sind. In den meisten Organisationen jedoch liegt der Schnitt eher bei 30-40% Politikanteil. Zu viel dreht sich darum, sich gegen Eventualitäten abzusichern, anderen gezielt zu schaden, auf die man neidisch ist, die einem gefährlich werden könnten oder die man einfach nicht mag. Primitiv? Kindisch? Ja, und leider Unternehmensalltag.

Um negative Politik zu entschärfen und auf ein Minimum zu begrenzen, existieren zwei Hebel:

Hebel 1: Politik ernst nehmen

Sie sollten sich der Politik bewusst werden, sie nicht dem Zufall überlassen und sich gezielt dem dahinter liegenden System widmen. Meistens lässt man sich resignierend nur verbal darüber aus, wie unangebracht und unverständlich bestimmte Verhaltensweisen sind statt einzugreifen.

Schauen Sie genau hin: Wer agiert aus welchen Gründen wie und wann? Üben Sie sich in Empathie. Welche Interessen stecken dahinter? So sehr Sachargumente in Meetings, Jour Fixes und Workshops ausgetauscht und damit im Vordergrund stehen, so wenig geht es meist um sie. Meiner Erfahrung nach hilft ein analytischer und systematischer Blick hinter die Kulissen: Wer macht hier was und warum? Was sind die Ziele und Werte? Was treibt die einzelnen Player an? Was macht sie neugierig? Auf was sind sie neidisch? Vor was haben sie Angst?

Gerade die letzten beiden Aspekte, Neid und Angst im Hinblick auf Status und Macht, sind die stärksten Triebfedern negativer Politik. Dieses Durchdenken hat zwei positive Effekte:

Sie können souveräner mit negativer Politik umgehen, da Sie das System verstehen und erkennen, dass dies Verhalten selten etwas mit Ihnen persönlich zu tun hat.
Sie können dem Ganzen mit einer durchdachten positiven Politik gezielt begegnen und für echte Unternehmens- Performance sorgen. Dieser Hebel ist größer als jede Reorganisation oder Prozessoptimierung. Denn Politik ist per se nicht schlecht. Es ist nur die Frage, welchen Anstrich und welche Richtung Sie ihr geben.

Hebel 2: Positive Politik betreiben

Positive Politik betreiben Sie, indem Sie das Wirkgeflecht und die emotionale Komplexität der Machtstrukturen in Ihrem Umfeld durchschauen und im Sinn des Unternehmens manipulieren:

  • Wie stehen die einzelnen Player zueinander?
  • Welchen Einfluss üben sie aufeinander aus?
  • Ziehen sie sich an? Stoßen sie sich ab?
  • Wo lassen sich echte Interessen-Schnittmengen bilden oder ausbauen?

Negative Politik ist einer der extremsten Hemmschuhe im Management, weil sie verhindert, konsequent das Richtige zu tun. Mehr darüber, wie Unternehmen zum Umsetzungserfolg kommen, lesen Sie in meinen SECRETS OF EXECUTION® | Bd. 9 Von der Sehnsucht nach mehr Konsequenz. Ein Weg zu mehr Verbindlichkeit und Produktivität, die Sie hier kostenlos downloadenkönnen. Oder Sie melden sich einfach zu einer meiner Veranstaltungenan.

Positive Politik – auf die richtigen Schnittmengen kommt es an

Das Ziel positiver Politik sind Bündnisse, die auf den wahren Einzelinteressen jener Kollegen und Mitarbeiter fußen, die in ihren Schnittmengen das Unternehmen voranbringen. Machen Sie sich dabei eines klar: Es gibt keine Unternehmensinteressen! Diese sind ein rein virtuelles Konstrukt. Es existieren nur Einzelinteressen.

Ihr Politikziel muss demnach sein, die wertvollen Schnittmengen gezielt zu vergrößern – etwa Neid in Ansporn zu drehen, Angst durch Empathie zu nehmen sowie konsequent und schnell politische Unverträglichkeiten zu beseitigen. So überlassen Sie die politische Bühne nicht den wenigen von Unsicherheit und Angst getriebenen verderblichen Kräften. Vielmehr sorgen Sie dafür, dass die unternehmerischen Kräfte auf den wahren Zweck gerichtet werden: Wertschöpfung!

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