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Zusammen denken: Warum Brainstorming meist Zeitverschwendung ist

19. Oktober 2016 | von Matthias Kolbusa | 0 Kommentare

19. October 2016 | by Matthias Kolbusa | 0 comments

Es ist doch immer wieder erstaunlich: Da sitzen 6, 9 oder gar 15 Leute beisammen und wollen gemeinsam Lösungen für ein Problem finden. Ob es sich um ein Entwicklungs-, ein Produktions- oder ein Organisationsproblem handelt: Dieses Vorgehen ist in jedem Fall ineffizient! Zwar haben wir gelernt, einem Meeting ein schön klingendes Motto, ein Ziel und vielleicht sogar eine Agenda zu verpassen, aber dass sich die entsprechenden Personen darauf gezielt vorbereiten? Das ist eine eher seltene positive Ausnahmeerscheinung.

Gerade in Organisationen, die vom Meeting-Krebs befallen sind, besteht für die Beteiligten keine Chance, sich auf das Meeting oder den Workshop vorzubereiten: Sie hangeln sich nämlich die ganze Woche über von Meeting zu Meeting, so dass keine Zeit für solch „unwichtige“ Dinge bleibt.

Clevere Lösungen brauchen Vorbereitung!

Wollen wir wirklich clevere Lösungen, kreative Ansätze und in möglichst kurzer Zeit einen Plan für ein entsprechendes Vorgehen, dann ist eine gute Vorbereitung ein absolutes Muss. Eine weitere positive Begleiterscheinung wäre, dass sowohl die Anzahl der Meetings als auch deren Dauer deutlich zurückginge. Doch das ist hier nicht der Kernpunkt.

Das, was wir üblicherweise als Brainstorming bezeichnen, findet in Kontexten statt, die für die alltägliche Gewohnheit stehen, mit denselben Leuten, mit denen wir den Schlamassel verbockt haben, jetzt nach Lösungen zu suchen. Kann das gut gehen? Nein, kann es nicht.

Wir können zwar miteinander diskutieren, aber nicht gemeinsam denken!

Das heißt für die Praxis, dass bei dem üblichen Brainstorming lediglich das zur Sprache kommt, was sowieso schon jeder im Kopf hat und weiß, und dass durch die Kombination dieser Dinge nur alte Kamellen produziert werden.

Wir müssen ein diffuses Denken betreiben, um uns anschließend zu treffen und die entstandenen Ideen miteinander zu diskutieren. Dann kann es tatsächlich sein, dass wir aus dieser Diskussion Lösungen synthetisieren können, auf die für sich allein niemand gekommen wäre. Doch das Rohmaterial dafür, das können wir Menschen nur allein kreieren. Wir können nicht zusammen denken. Es lohnt sich, hier sehr konsequent zu sein: Ein Workshop zur Bestimmung einer Lösung, eines idealen Vorgehens? Ja, gerne, aber nur bei einer intensiven individuellen Vorbereitung!

Ist jemand nicht vorbereitet, gibt es keine Ausrede: Sie oder er ist nicht dabei!

Geht man so vor, braucht es kein drei- oder vierstündiges Meeting, sondern häufig reicht eine einzige Stunde aus, denn die notwendigen Vorbereitungen werden zuvor unter den Teilnehmern aufgeteilt. Das ist wahre Effektivität mit echter Denkleistung und der Chance auf neue Ansätze abseits des Üblichen – vorausgesetzt, das Ganze läuft unter Wahrung professioneller Dialektik ab und die einzelnen Teilnehmer legen es nicht darauf an, mit ihrer Sichtweise beziehungsweise Lösung recht zu haben, sondern möchten durch einen Erkenntnisgewinn die beste Lösung finden. Zu dieser dialektischen Kompetenz siehe auch: Vom Kämpfen und Siegen: Dialektik - was soll das sein?.

Sie sehen: Wir können zwar miteinander diskutieren, aber nicht gemeinsam denken. Außerdem sind ohne Vorbereitung keine Lösungen möglich - wie sehen Sie das? Sind Sie ein Fan des gemeinsamen Brainstormings? Wie sind Ihre Erfahrungen damit? Ich freue mich auf Ihre Meinung zu dem Thema!

Kolbusa Konsequenz AD

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