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Ziele schneller erreichen: „Hacks“ und „Shortcuts“

12. Januar 2018 | von Matthias Kolbusa | 1 Kommentar

12. January 2018 | by Matthias Kolbusa | 1 comment

Das neue Jahr startet gerade so richtig durch. Die meisten sind – hoffentlich gut erholt – wieder an ihren Schreibtisch zurückgekehrt. Voller Tatendrang geht es ans Werk, denn die Gedanken und so mancher Zettel sind voller vielversprechender Ziele, die im neuen Jahr erreicht werden sollen:

- Das angepeilte Budget wird übertroffen werden! Wir werden mehr Umsatz und Ergebnis machen als geplant!
- Dieses Jahr wird endlich Mandarin gelernt.
- Die Zusammenarbeit im Team wird verbessert.
- Am Wochenende wird definitiv nicht mehr gearbeitet.
- Gemeinsam mit dem Vertrieb werden wir endlich den einen oder anderen neuen Key Account in einer ganz anderen Branche gewinnen.

So oder so ähnlich mag es aussehen. Der Wille ist definitiv vorhanden! Endlich einen Sprung nach vorn machen, einige Dinge anders angehen, sie wirklich in den Griff bekommen. Das kann doch so schwer nicht sein!

Die Frage ist nur: Wie? Wie das alles schaffen, ohne dass es schließlich so ausgeht, wie es bisher immer der Fall war: Gegen Ende des Jahres wird das Budget gerade noch so geschafft, Umsatz und Ergebnis kommen im Wesentlichen aus dem Kreis der bestehenden Kunden, von neuen Key Accounts keine Spur, an den Wochenenden waren doch wieder E-Mails zu beantworten und Präsentationen zu erstellen. Und was die chinesischen Kunden betrifft, so reicht es weiterhin nur für ein „Nǐménhǎo“ – Guten Tag –, um dann wieder ins holprige Englisch zu wechseln.

Nein! So soll es dieses Jahr nicht ausgehen! Es muss doch irgendwelche Tipps, „Hacks“, Tools oder „Shortcuts“ geben, mit denen das gesetzte Ziel leichter zu erreichen ist! Also wird bei Amazon die aktuelle Selbstmanagement-Literatur durchstöbert und im App-Store nach Tools gesucht, die von Nutzen sein könnten, um dann zu erleben, dass man sich in den Rezensionen verliert und das Installieren, Aufsetzen und Bestücken dieser tollen Tools und Apps mit den erforderlichen Informationen und Zahlen massig Zeit kostet, während einen der Alltag auf dem Standstreifen überholt. Obwohl man viel Zeit in diese Dinge investiert hat, ist man in dem, was man eigentlich erreichen wollte, keinen Deut vorangekommen. Eine überaus frustrierende Feststellung!

Und weiter geht es auf der Suche nach „Lifehacks“ & Co. Wenn Manager oder Berater mich fragen, wie sie dieses oder jenes schaffen können, dann ist das häufig eine nicht ehrlich gemeinte Frage. Sie fragen nämlich in Wirklichkeit nicht danach, „wie“ sie das schaffen können, sondern wie es leichter, wie es einfacher geht. Das „Wie“ ist uns allen bekannt! Es ist absolut klar, dass das mit dem Budget nur klappen wird, wenn wir bereits im ersten Quartal massiv an die Kosten gehen, uns hier schon klare Ziele für den Januar vornehmen und gleichzeitig konsequent das Kunden- und Produktportfolio bereinigen. Wir wissen ganz genau, dass das Mandarinlernen nur dann erfolgreich ist, wenn wir pro Woche zwei- bis dreimal mindestens eine Stunde daran arbeiten und jeden Tag wenigstens fünf neue Vokabeln lernen. Wir wissen ebenso, was zu tun ist, um die Zusammenarbeit im Team zu verbessern: Wir müssen uns in Ruhe mit jedem einzelnen Mitarbeiter hinsetzen, mit ihm reden und aufrichtig versuchen, ihn zu verstehen, und wir müssen vorleben, was wir uns von ihm wünschen. Und auch was die Wochenendarbeit betrifft, wissen wir sehr wohl, wie wir uns verhalten sollten, um nicht wieder unsere Freizeit opfern zu müssen! All das ist kein Hexenwerk!

Also bitte: Unternehmen Sie keine Suche nach dem „Wie“, laden Sie sich keine Apps herunter, und vergeuden Sie keine Zeit mit dem Lesen irgendwelcher Selbstmanagement-Bücher. Fragen Sie auch keine „Experten“ oder „Coaches“ danach, „wie“ es geht, denn eigentlich fragen Sie damit danach, wie es leichter geht! Doch leider geht es nicht leichter! Es gibt keine Abkürzungen auf dem Weg zum Ziel, keine Hacks! Hören Sie auf, danach zu suchen! Es ist reine Zeitverschwendung!

Fragen Sie sich, was Sie wirklich erreichen wollen und ob Ihnen das wirklich wichtig ist – es sozusagen Sinn hat –, und nur das lassen Sie auf dem Zettel stehen. Und dann geht’s los! Machen Sie sich jedoch vorher klar, dass es nicht einfach werden wird! Es gibt kein „einfach“ bei Sachen, die man wirklich schaffen will!

 



Seien Sie sich im Klaren darüber, wie schwierig es sein wird, sich die Zeit zu nehmen, um regelmäßig mit dem Team offene Diskussionen zu führen, die getroffenen Vereinbarungen diszipliniert einzuhalten, und sehen Sie vor Ihrem geistigen Auge, wie Sie sagen werden „Ah, heute nicht“, wenn morgens fünf neue Mandarin-Vokabeln gepaukt werden sollen. Machen Sie sich bewusst, wie bequem und verlockend es ist, den Kalender mit Bestandskundenterminen vollzuschreiben, statt sich mühsam neue Key Accounts zu erobern. Es wird nicht leicht! Und es gibt keine Abkürzungen!

Es gibt nur Sie, Ihre Ziele, Ihren Willen und Disziplin. Nackte, kalte, nüchterne Disziplin. Keine App, kein Tool, keine Methodik, die Ihnen das abnimmt. Disziplin bedeutet, das zu tun, wozu man gerade keine Lust hat, was aber notwendig ist, um voranzukommen.

Wir wissen ganz genau, was wie zu tun ist. Wir machen es nur nicht. Es ist jetzt Zeit, das zu ändern.

Viel Erfolg und einen starken Willen wünscht

Ihr Matthias Kolbusa

PS: Auch wenn sie nicht die Lösung des Problems sind: Einige Prinzipien und elektronische Helferlein können die Produktivität ein wenig erhöhen. Wer wissen will, welche ich befolge beziehungsweise benutze, schreibt mir eine kurze E-Mail: matthias@kolbusa.com.

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