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Vorbild. Ob man will oder nicht!

08. September 2017 | von Matthias Kolbusa | 0 Kommentare

08. September 2017 | by Matthias Kolbusa | 0 comments

Es erstaunt mich immer wieder, wie wenig sich Manager im Klaren darüber sind, dass sie eine Vorbildrolle haben. Ob es die Geschäftsführerin ist, die mir erzählt, dass es sie unendlich nervt, dass ihre Manager sich an keine Absprachen halten, und selbst zu jedem Meeting mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit zu spät kommt. Der Produktionsleiter, der sich darüber beklagt, dass seine Teamleiter immer nur mit Problemen und nie mit Lösungen kommen, und selbst in der Bereichsleiterrunde seinen Kollegen immer wieder klarmacht, wieso deren Wünsche leider nicht erfüllt werden können. Der Vorstand, der mehr Geschwindigkeit und Mut fordert, um am Markt schneller vorwärtszukommen, und dann aber bitte jede Zahl und Info sehen möchte. Eine Welt voller Widersprüchlichkeiten!

Der größte Hebel sind wir selbst

Wollen wir, dass unsere Mannschaft schneller wird, müssen wir selbst schneller sein. Wollen wir, dass weniger gemacht und dieses wenige dann aber bitte richtig und zu Ende ausgeführt wird, müssen wir selbst zeigen, wie wir entrümpeln. Wie wir weniges machen. Die Projektliste zusammenstreichen, sodass eben nicht mehr alles eine Priorität ist. Wünschen wir uns mehr Verbindlichkeit, dann müssen wir selbst verbindlich sein: jede Zusage gegenüber unseren Mitarbeitern einhalten, zu keinem Meeting zu spät kommen. Wollen wir, dass weniger Meetings stattfinden und die Runden kleiner werden, dann müssen wir selbst bei jeder Besprechung fragen: Müssen wir dabei sein? Wollen wir, dass unsere Leute mehr „brennen“, mit Leidenschaft die Themen voranbringen, dann müssen wir selbst das Feuer sein!

Reden wird überbewertet

Machen wir uns das bitte im Management klar. Alles Reden und Besprechen hat an sich keinen Wert und ist auch meist überflüssig. Denn Worte führen nie zu verändertem Verhalten.



Das ist auch der Grund, warum ich selbst bei großen, umfangreichen Change-Vorhaben predige, dass keine großartigen Kommunikationsstrategien benötigt werden, keine riesigen Town-Hall-Meetings, keine Change-Agents oder oder oder. Das Einzige, was zählt, ist, wie wir uns im Management verhalten. Was wollen Sie, das Ihr Team, Ihre Mannschaft, Ihr ganzes Unternehmen anders macht? Fangen Sie an! Leben Sie es vor und andere werden Ihnen folgen.

Am Ball bleiben

Ausnahmslos ist es so, dass andere folgen werden. Und je länger wir am Ball bleiben, umso größer wird die Teilnehmermenge. Ist es so, dass Sie als Chef für sich beschließen, nur noch 20-Minuten-Meetings durchzuführen, keinen mehr zu verurteilen oder wirklich keinen Punkt mehr zu vergessen oder keine Präsentation mehr mitzubringen, sondern auf die Inhalte konzentriert mit dem Flipchart in das Status-Meeting kommen. Immer und immer wieder. Ihre Mannschaft wird es nachahmen. Es wird sich verbreiten. Ohne, dass Sie das erklären, darüber reden und einen „Change“ ansetzen müssen. Sie müssen es einfach nur tun.

Die Kehrseite: Alles, was sie tun, pflanzt sich fort

So positiv und einfach das ist, so lästig ist es eben auch. Denn jede Schwäche, die wir als Führungskraft ausleben und an den Tag legen, pflanzt sich ebenso fort. Halten wir Zeiten nicht ein, halten andere Zeiten nicht ein. Schweifen wir in Besprechungen ab, schweifen andere ab. Wertschätzen wir andere Meinungen nicht, wieso sollen es andere tun? Sind wir nicht positiv nach vorne gerichtet und suchen die Gründe im Nachbarressort für die Verzögerungen, ahmt unsere Organisation das nach. Als Manager müssen wir auf der Hut sein. Wie in der Kindererziehung pflanzt sich nur das fort, was wir zeigen und vorleben. Vieles davon unbewusst. Achten Sie darauf, wie Sie sich verhalten! Leben Sie, was Sie sehen wollen.

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