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Vom Kämpfen und Siegen: Dialektik – was soll das sein?

12. Oktober 2016 | von Matthias Kolbusa | 1 Kommentar

12. October 2016 | by Matthias Kolbusa | 1 comment

In meinen Vorträgen rund um Management-Performance geht es natürlich auch um die häufig unterentwickelten Fähigkeiten ergebnisorientierten Denkens und Handelns. Dann tauche ich sehr schnell unter die Wasseroberfläche ab, um einen Blick auf den tatsächlichen Eisberg zu werfen: Werte und Emotionen. Menschen agieren nie aus der Logik, sondern immer aus Emotionen heraus (ausführlich dazu im bald erscheinenden Band 11 der SECRETS of Execution - melden Sie sich hier an, um benachrichtigt zu werden, wenn die neue Ausgabe zum Download bereitsteht). Und je nachdem, wie reif oder wie unreflektiert wir sind, ist es unser Wertesystem, mit dem wir bewusste Entscheidungen treffen. Entweder agieren wir wie ein Roboter, bei dem der Knopf „Wut“ gedrückt wird, und wir brüllen andere aus Verzweiflung an, oder wir fragen uns, was wir erreichen wollen, entscheiden uns gegen das Anbrüllen und wählen einen intelligenteren Weg.

Was hat dies nun mit Kämpfen und Siegen zu tun?

Ganz einfach: Immer dann, wenn wir uns in unserem kleinen Ego, unserem emotionalen Haushalt bedroht fühlen, verfallen wir in ein altes Angriffs- oder Fluchtmuster. Ein Beispiel: Während einer hitzigen Diskussion streiten sich zwei Kollegen darum, welche Vorgehensweise für das Projekt oder bei einer Verhandlung die richtige ist.

Wir kennen diese Debatten alle zur Genüge, und je relevanter das Thema ist, desto stärker identifizieren wir uns mit unserer Meinung. Sobald Gegenargumente angeführt werden, beginnen wir, diese anzugreifen, wir kämpfen. Nehmen die Gegenargumente von mehreren Parteien am Tisch gar überhand, dann stecken wir auch gerne mal den Kopf in den Sand und fliehen sozusagen, indem wir sagen: „Dann machen wir’s halt so, wie ihr meint!“ Das ist ein ziemlich unreifes Verhalten, und zwar von Anfang an! Warum? Weil dieses Kämpfen vollkommen sinnlos ist, denn jeder Kampf ist so angelegt, dass es Gewinner und Verlierer geben wird.

Und wie fühlen sich Verlierer?

Sie sind in ihrem Ego verletzt, sie verspüren Gefühle wie Scham, Schuld oder gar Verzweiflung. All das sind nicht unbedingt die Gefühle, die dafür sorgen, dass in einem Team Höchstleistungen erbracht werden. Ganz im Gegenteil: Sie provozieren geradezu unnötige Komplexität, indem fleißig Protokolle geschrieben werden, und das nicht, um wichtige Dinge festzuhalten, sondern für die spätere Beweisführung: Hier wird nicht selten ein erheblicher Aufwand aus reinen Absicherungsbestrebungen heraus betrieben, um später nicht als der Dumme dazustehen oder der Schuldige für das Misslingen des Projekts zu sein.

Was bedeutet nun Dialektik? Dialektik ist schlicht: siegen, ohne zu kämpfen.

Gehen wir mit der Haltung in Gespräche und Diskussionen, dass die oder der andere vielleicht recht hat, erleben die meisten Organisationen einen unglaublichen Innovations- und Produktivitätsschub. Das ist etwas völlig anderes als das, was wir als „zuhören“ bezeichnen. Denn das bedeutet in der Praxis meist nichts anderes, als dass wir so lange den Mund halten, bis wir endlich das sagen können, was wir sagen wollen. Das zuvor Gehörte gelangte zwar in die Ohrmuschel, jedoch nicht ins Gehirn.

Gehe ich mit der Haltung in ein Gespräch – insbesondere dann, wenn ich eine ganz andere Überzeugung habe und es sich um ein wichtiges, vielleicht sogar ein entscheidendes Gespräch oder eine ebensolche Debatte im Kollegenkreis handelt –, dass die anderen vielleicht recht haben, dann stelle ich völlig andere Fragen. Unsere Gesprächspartner spüren, ob es uns um Rechthaberei geht oder um Erkenntnisgewinn. Erkenntnisgewinn! Das ist das entscheidende Wort. Ich stelle es immer wieder fest: Sobald ich diese Haltung einnehme, schwingt mein Gesprächspartner automatisch mit auf den Kurs ein, und keiner will mehr gewinnen, sondern es geht um die Suche nach Einsichten, um das Ringen um die beste Lösung (Verweis auf entsprechenden Inspiration-Letter einbauen). Das ist etwas völlig anderes, als dem anderen einfach nur zuzuhören oder ihn verstehen zu wollen. Probieren Sie es aus! Es bewirkt wahre Wunder und steigert Ihre Souveränität.

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