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Superhelden im Management. Wie sie werden, was sie sind

09. August 2018 | von Matthias Kolbusa | 0 Kommentare

09. August 2018 | by Matthias Kolbusa | 0 comments

Der Vorarbeiter im Lagerhaus sieht, wie schwer sich ein Azubi mit der Disposition tut. Der Schichtführer, als Chef der beiden, staucht den jungen Mann zusammen: „Meine Güte! Was kriegt ihr denn in den Schulungen beigebracht? Jetzt muss ich dir noch zeigen, wie das System funktioniert!“ Der Vorarbeiter greift ein: „Karl, du weißt doch, dass die da oben den Jungen das nicht richtig vermitteln. Lass mich ihm helfen. Du hast dafür gerade sowieso keine Zeit.“

Für mich ist dieser Vorarbeiter ein Held. Und wir alle lieben Heldengeschichten. Von Herkules bis Odysseus, von König Artus bis Robin Hood, von Luke Skywalker bis Harry Potter oder heute Wonderwoman, Superman und die Avengers: Was diese Helden haben, macht auch Manager zu besseren Anführern und stärkeren Kämpfern für ihre Unternehmen, ihre Bereiche und Teams – aber nur, wenn sie deren Werte wirklich verkörpern, statt ihre Helden nur auf der Leinwand oder in Büchern zu bestaunen.

Wenn wir selbst an Manager-Helden denken, fallen uns ein paar Namen fast automatisch ein: Elon Musk, Jeff Bezos, Richard Branson, Steve Jobs und andere. Dass es für wahren Heldenmut aber kein Weltunternehmen oder einen Vertreter des Top-Managements braucht, beweist unser Vorarbeiter:

WOW! Ein echter Held, dieser Vorarbeiter! Aber warum? 


  1. Er will Karl, den Choleriker, den alle fürchten, nicht bloßstellen und holt ihn gekonnt ins Boot, ohne ihn vor dem Azubi persönlich angehen zu müssen.

  2. Er hat selbst gerade wie die Hölle zu tun, bringt sich aber voll ein, um seinen Bereich besser zu machen. Es wäre ja so viel einfacher, sich mit Scheuklappen nur auf sein Ding zu konzentrieren,

Die Geschichte ist wahr. Als ich den Helden nach seinen Motiven fragte, erwiderte er: „Weil es sich so gehört!“ Bei einem köstlichen Werkshallen-Plastikbecher-Kaffee erzählt er mir, wie wichtig es für ihn ist, zu helfen und dass er es nicht ausstehen kann, wenn andere schlecht behandelt werden. Ich war tief berührt, demütig. Wie immer, in diesen – leider seltenen – Situationen.

Meinem Gefühl nach sind nur drei bis fünf von hundert aus diesem Holz geschnitzt. Nicht, weil andere sie dazu gemacht haben. Denn Helden werden nicht geboren, sie machen sich durch Nachdenken und Handeln selber dazu. Ob im Vorstand, dem mittleren Management oder an der Werkbank: Überall finde ich eine Gaußsche Verteilung. Wenige Helden, viele Mitläufer und einige, leider oft zu viele, sind echte Unholde, die nach oben buckeln und nach unten treten.

Oft frage ich mich deshalb: Warum leben viele Manager nicht das, was sie im Kino bewundern? Warum gehen sie einer Konfrontation selbst dann aus dem Weg, wenn diese ihr Business extrem voranbringen würde? Ist es nicht auch im Management besser und ehrenhafter, aufrecht zu kämpfen, als auf Knien zu arbeiten? Ich kann es förmlich spüren, wie alles in Ihnen „Ja, ja, ja!“ ruft.

Uns allen sollte wichtig sein, dass die Helden mehr, während die Mitläufer und Unholde weniger werden. Denn wenn das geschieht, werden Manager und ihre Unternehmen nicht nur produktiver. Sie werden zu Orten, an die wir und unsere Kollegen gerne gehen – zu wahren Heldenorten. Deshalb werde ich mich diesem Thema weiter widmen. Sie dürfen gespannt sein …

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