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Schuldig! Öffentliche Hinrichtungen im Management

22. September 2017 | von Matthias Kolbusa | 0 Kommentare

22. September 2017 | by Matthias Kolbusa | 0 comments

Allen Lippenbekenntnissen zum Trotz: Die Suche nach dem Schuldigen ist allgegenwärtig und wird überall wie gerne praktiziert. Es scheint irgendwie ein tieferer Trieb von uns Menschen zu sein, dieser Frage nach der Schuld nachgehen zu wollen.

Was vor Gericht notwendig ist, um ein vernünftiges Miteinander zu gewährleisten, ist im Management kontraproduktiv. Gerne mit Sätzen eingeleitet wie „Natürlich geht es hier jetzt nicht darum, wer nun schuld hat oder nicht, aber …“ beginnt sein Sprecher, darüber zu lamentieren, wer schuld ist. Und wie jedes „Aber“ entlarvt es auch hier seinen Sprecher der Lüge, indem exakt dadurch das zuvor Gesagte wieder aufgehoben wird.

Jeder hat im Management irgendwie mitbekommen, dass es nicht viel bringt, den Schuldigen zu suchen, zu finden und an den Pranger zu stellen. Und dennoch tun wir es gerne!

Doch nicht genug damit, dass die Schuldfrage an sich schon einen hohen Reiz besitzt – nein, dem Klärungsprozess und den Konsequenzen wird nur allzu gerne beigewohnt. Genauso wie sich Menschen im Mittelalter gerne öffentliche Hinrichtungen angeschaut haben, genießen es Manager wie Mitarbeiter, wenn der Chef einen der ihrigen öffentlich zur Schau stellt. Wenn vor versammelter Mannschaft einem Abteilungsleiter klargemacht wird, dass er daran schuld ist, dass man beim Kunden nun derart in der Kreide steht. Oder der Controllerin die Zahlen um die Ohren gehauen werden, die scheinbar vorne und hinten nicht stimmen, um sie dann alleine sitzen zu lassen, damit jeder sieht, was hier der Anspruch ist und was einem passiert, wenn man nicht vernünftig performt. Herrlich, nicht wahr!?

Nein, ist es nicht! Als Manager ist es unsere Pflicht, diesen zwar allzu menschlichen Gefühlen der Rachsucht und Niedertracht eben NICHT nachzugeben. Diese Stärke ist es, die uns am Ende auszeichnet! Die uns vom Wettbewerb unterscheidet, die zu hoher Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter und gegenseitiger Unterstützungsbereitschaft bei unseren Kollegen führt. Das ist es, was nachhaltig nicht nur zu mehr Produktivität und Innovationskraft führt, sondern eben auch zu mehr Wertschätzung und Anerkennung. Zu PERSÖNLICHKEIT. Bloß weil andere sich gehen lassen, entlässt uns das nicht aus der Pflicht, standhaft zu sein und zu unseren Werten zu stehen. Es ist menschlich, jemanden quälen zu wollen, ihr oder ihm zeigen zu wollen, dass wir besser oder stärker sind, sei es um uns Anerkennung oder einen vermeintlichen (!) Vorteil im Karrierewettbewerb verschaffen zu wollen. Dieses „Es“ wohnt nun einmal in jedem von uns, ist ein Teil von uns, wie in jedem Kindergarten und in jeder Schule zu beobachten. Bändigen Sie Ihre Dämonen und zeigen Sie ihnen, wer der Herr im Hause ist.

Und stehen Sie auf, wenn es eine öffentliche Zur-Schau-Stellung gibt! Wenn jemand in seiner Würde verletzt wird. Es passiert häufiger, als wir meinen. Und leider viel häufiger im unteren und mittleren Management, als dies „oben“ bekannt ist beziehungsweise wahrgenommen wird.

Wer sich mit relevanten Werten wie Würde, Ehre, Loyalität im Kontext von konsequentem und ergebnisorientiertem Management beschäftigen möchte, dem sei das Buch „KONSEQUENZ. Management ohne Kompromisse“ ans Herz gelegt. Es ist hier zu bestellen. Das renommierte Magazin „Personalwirtschaft“ stellt es mit den Büchern von Reinhard Sprenger auf eine Stufe.

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