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Lästermäuler im Management. Stopfen statt füttern!

15. März 2018 | von Matthias Kolbusa | 2 Kommentare

15. March 2018 | by Matthias Kolbusa | 2 comments

Lästern macht Spaß, gar keine Frage. Wenn der Nachbar sein Auto schon wieder mit dem Mikrofasertuch liebkost, seine Tochter aus der zehnten Klasse mit dem Schläger aus der Dreizehn poussiert oder sein Sohn beim Fußball vor sich hin stümpert, während der eigene Filius zum neuen Ronaldo wird, hat man genug Futter für den Stammtisch am Abend. Ruck zuck hat jeder ein paar Storys beizusteuern. Wie schön und sozial verbindend, sich gemeinsam auf Kosten anderer lustig zu machen!

Aber mal ehrlich: Keiner von uns ist dagegen gefeit. Neugier, Schadenfreude und Lynchjustiz sind menschlich. Das ist noch kein Grund, sich zu schämen, sollte aber Aufruf sein, reflektiert damit umzugehen. Wenn man es nämlich übertreibt und der Nachbar das mitbekommt, verschwinden schnell mal Pakete, das Auto hat eine Tätowierung im Metallicblau und wenn es ganz hart kommt, liegt die Katze vergiftet im Vorgarten. Manch einer kann ein Liedchen davon singen.

Wie aber sieht es im Unternehmen aus? Gehen Menschen professionell gesitteter miteinander um? Rhetorische Fragen, oder? In vielen Unternehmen wird mehr gelästert und übel nachgeredet als gearbeitet. Bei manchen Mitarbeitern und leider auch Führungskräften bleibt nach Abzug von Gerüchteküche und Rufmordversuch gerade mal 80 Prozent Arbeitszeit für die Leistung.

Die Meier aus dem Support hat null Kundenorientierung? Die in der Produktentwicklung haben von Tuten und Blasen keine Ahnung? Und die Kunden haben sowieso alle einen Knall? Fatal daran ist nicht nur, dass Lästern ein Zeitfresser ist, wenn das Rudel an der Kaffeemaschine vom Leder zieht. Es ist auch ein Produktivitätskiller. Mit Menschen, die man nicht achtet und von denen man nicht geachtet wird, arbeitet man schlechter – wenn überhaupt. Für Kunden, die man nicht ernst nimmt, findet man keine Lösungen, die den Markt aufmischen.

Deshalb gilt für Mitarbeiter und Manager gleichermaßen: Verunglimpfung ist nicht Bestandteil ihrer Arbeitsplatzbeschreibung. Sie steht weder im Tarifvertrag noch in der AT-Vereinbarung. Machen Sie einen großen Bogen um die Lästermäuler oder besser noch, stopfen Sie Ihnen das Maul – auch wenn Sie als Spaßbremse gelten. Starke Leader müssen geachtet, nicht gemocht werden. Sie wissen und leben: Wettbewerbsstärke entsteht nicht am Reißbrett der Produktentwickler und nicht im Passat der Top-Verkäufer. Sie entsteht aus der Art, wie Menschen im Unternehmen miteinander umgehen und arbeiten.

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