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„Ich habe keine Zeit!“ – Ausdruck von Unreife!

30. November 2018 | von Matthias Kolbusa | 0 Kommentare

30. November 2018 | by Matthias Kolbusa | 0 comments

Wie oft am Tag hören Sie im Büro oder sagen selbst: „Ich habe keine Zeit“? Die Aussage klingt, als sei Zeit eine Ressource, von der man immer zu wenig hat. So als sei die Uhr daran schuld, dass wir unsere wichtigen Aufgaben nicht schaffen. Wenn wir jedoch ehrlich zu uns sind, wissen wir genau, dass nicht die Zeit das Problem ist, sondern unsere Prioritäten.

Auch privat verwenden wir diesen Satz geradezu inflationär – wenn etwa unsere Kinder oder Partner etwas wollen. Hand aufs Herz: Wie oft sagen wir „keine Zeit“, obwohl wir tatsächlich keine Lust, kein Interesse oder gerade keine Nerven dafür haben? Unbewusst? Keineswegs! Uns ist nämlich durchaus klar, dass wir die Unwahrheit sagen.

Sicher kennen Sie auch diesen Satz? „Ich weiß Ihre Zeit ist begrenzt, aber könnten Sie sich das einmal ansehen?“ Hier sollte Ihr erster Impuls immer checken, ob nicht jemand sein eigenes Prioritätenproblem bei Ihnen abladen möchte. Wenn das nicht so ist, antworten Sie: „Ich unterstütze Sie gern. Bitte sagen Sie mir dafür genau, wo Sie mich brauchen und was Sie exakt von mir benötigen.“ So schonen Sie Ihr eigenes Prioritäten-Portfolio und müssen kein ganzes Konzept lesen, um ein isoliertes Problem lösen können.

Weil die verfügbare Zeit keine Ressource ist, sondern ein Ausdruck vom Umgang mit unseren Prioritäten, ist das angebliche Keine-Zeit-haben immer der Effekt einer viel tieferen Ursache: einer Unmündigkeit, einer Unreife oder einer Verzweiflung, die etwas anderes bedeutet:

• Ich bin nicht Herr über meine Zeit.
• Ich bin fremdgesteuert.
• Ich weiß nicht, was meine Prioritäten sind.
• Ich weiß es, aber traue mich nicht, zu ihnen zu stehen.

Wenn ich also meine Familie enttäusche: „Sorry, ihr Lieben, dafür fehlt mir am Wochenende die Zeit“, sage ich wirklich: „Ich muss das Managementkonzept fertigkriegen, weil ich sonst am Montag in der Sitzung blöd dastehe. Leider muss das Freibad ausfallen.“ Dabei ist mir sonnenklar, dass ich mich nur nicht als Spielverderber outen will. Es soll ja keiner denken, dass Papa Büroarbeit wichtiger findet, als den Familienspaß.

Ich verurteile keinesfalls, dass der Job auch mal vorgehen muss. Wir sollten aber zugeben, dass wir alle Zeit der Welt haben und selbst entscheiden, wie wir diese Zeit aus welchen Motiven und Emotionen heraus wie auch immer verwenden. Warum also ist „Mir fehlt die Zeit“ so oft ein Zeichen von Unreife?

Wir geben unsere Kontrolle ab: an Personen oder an ein System. Was immer es ist, machen wir uns zum Spielball unserer Emotionen, sind nicht mehr Herr der Lage und stehen nicht zu unseren Entscheidungen.

Wir sind verzweifelt oder haben Angst vor Konsequenzen: Während wir jedem gegenüber unseren Zeitmangel beklagen, merken wir gar nicht mehr, dass wir nur noch fremdgesteuert von einer Krisensitzung zur nächsten hetzen und dass wir wegen all dem Dringenden das Wichtige nicht mehr auf die Reihe kriegen. Unsere Effektivität, unsere Produktivität und unsere Leistung gehen den Bach runter.

Wir haben kein Rückgrat: Zwischen der faulen Ausrede keiner Zeit und einem fiesen „Das interessiert mich nicht die Bohne“ existiert nicht nur eine andere Formulierung, sondern auch ein besseres Verhalten. Hier schließt sich der Kreis zum zuvor schon Gesagten: Wenn meine Kollegin Margret ausholt, um in einem Problem meine Unterstützung im Meeting zu haben, könnte ich ja auch antworten: „Bring die Sache bitte genau auf den Punkt. Den ganzen Kontext brauche ich sicher nicht, um dir so zu helfen, dass du es allein schaffst.“

Achten Sie also auf sich, wenn ihnen die „Keine-Zeit-Floskel“ über die Lippen kommt. Es könnte ein Indikator dafür sein, dass sie nicht so produktiv ist, wie sie sein könnten. Mal ganz abgesehen davon, dass Sie dann auch nicht wirklich ausgeglichen sind.




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