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Höchstleistungen? Erfolgsgeheimnis Mikromanagement

21. Dezember 2017 | von Matthias Kolbusa | 0 Kommentare

21. December 2017 | by Matthias Kolbusa | 0 comments

Wie bitte? Mikromanagement? Erfolgsgeheimnis? „Gott sei Dank“, sagte mir ein Manager kürzlich, als er das von mir hörte. „Endlich sagt es einmal jemand: dass man doch produktiver in der Führung ist, wenn man seinen Leuten klare Vorgaben macht und sie entsprechend kleinteilig kontrolliert. Ihnen auf die Sprünge hilft und immer am Ball bleibt! Sich wöchentlich oder, besser noch, täglich berichten lässt, welche Anrufe und Besuche sie wo gemacht haben, wie viel Zeit auf welches Thema verwendet wurde und ob alle Aufgaben, mit denen man die Mitarbeiter betraut hat, auch wirklich erledigt wurden.

“Weit gefehlt! Der Mann hat mich gründlich missverstanden! Diese Art von Mikromanagement sorgt immer für unterdurchschnittliche Leistungen. Und vor allem hält es den einmal erreichten Leistungsstandard nur so lange aufrecht, wie die Kontrolle aufrechterhalten wird: ein untrügliches Zeichen für Low-Performer-Teams (siehe hierzu auch den Beitrag „Grautöne im Management? Fehlanzeige!“).
Es heißt immer wieder, dass große Ziele zu großer Motivation führen. Ich halte das für ausgemachten Blödsinn!



Nehmen wir an, Sie wollen Ihren Umsatz im nächsten Jahr um 50 Prozent steigern, die Neukundenquote gleichzeitig um 20 Prozent erhöhen und auch noch die Kosten um 15 Prozent reduzieren: eine wirkliche Challenge, nahezu die Quadratur des Kreises.

Wenn Sie nun mit Ihrem Team darüber sprechen und Ihre ambitionierten Ziele vorstellen, was glauben Sie, was geschieht? Genau! Wir alle kennen das: Die Reaktionen reichen von Ablehnung bis zur völligen Schockstarre. „Wie soll das gehen?“, „Was hat der denn geraucht?“, „Spinnt der völlig?“. Sollten Sie derart vorgehen, werden Sie im Laufe der nächsten Monate erleben, wie sich Ihre Ziele Stück für Stück in Wohlgefallen auflösen und nichts aus ihnen wird. Selbst wenn Sie die Dinge gründlich durchplanen und mit Ihrem Team immer wieder besprechen, Ihre Mitarbeiter werden nicht die maximal mögliche Leistung erbringen.

Wollen Sie Höchstleistungen „herbeimanagen“, müssen Sie dieses große Ziel für sich behalten, die scheinbar unüberwindliche Quadratur des Kreises alleine angehen. Wenn Sie sich wirklich im Klaren darüber sind, was im Januar notwendig ist, um im Jahresverlauf den Umsatz um 50 Prozent zu erhöhen, dann erklären Sie genau das – und nur das! – Ihrem Team Anfang Januar: dass Sie das Team-Setting verändern, die Kunden anders aufteilen und beispielsweise 80 Prozent des Produktportfolios nicht mehr anbieten werden. Was auch immer es ist, was Sie als notwendig zur Erreichung Ihres Ziels ausgemacht haben: Diese neuen, anderen Dinge werden durchaus anspruchsvoll sein, aber auch verdaubar für das Team, wenn sie in verträgliche Portionen aufgeteilt werden. Im Februar kommen Sie mit der nächsten Schippe, und im März machen Sie sich zusätzlich daran, die Kostenfrage anzugehen. Stück für Stück setzen Sie Ihr geplantes Ziel um. Sie werden erstaunt sein, was Ihr Team zu leisten in der Lage ist.

Ein ehemaliger Instructor der amerikanischen Navy Seals erklärte mir einmal, wie er die Leute während der „Hell Week“ dazu bringt aufzugeben: Er flüstert ihnen ins Ohr, was alles vor ihnen liegt, wie lange und wie anstrengend diese Woche noch wird, und fragt sie, ob sie dafür bereit sind. Menschen zerbrechen nicht an dem, was jetzt gerade zu tun ist, sondern an ihrer Vorstellung von dem vermeintlich Unmöglichen. Behalten Sie Ihre Ziele für sich und betreiben Sie konsequentes Mikromanagement!

Ihr Matthias Kolbusa

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