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Der Segen von Katastrophen

19. September 2016 | von Matthias Kolbusa | 0 Kommentare

19. September 2016 | by Matthias Kolbusa | 0 comments

Es gibt sie im Kleinen wie im Großen: Katastrophen. Im Kleinen ist es das Abschmieren des Rechners während der Erstellung einer wichtigen Präsentation, im Großen ist es das Wegbrechen eines oder gar des wichtigsten Geschäftsbereiches, womit die Existenz eines ganzen Unternehmens gefährdet ist. Für die Konsequenzen geben wir dann gerne dem Umfeld die Schuld: dem dummen Rechner, der genau in diesem Moment seinen Dienst verweigert, oder dieser äußerst ärgerlichen Marktentwicklung, die dazu geführt hat, dass man nun leider Insolvenz anmelden muss. Im Kleinen wie im Großen: Beides sind schlicht faule Ausreden! Ausreden für unverantwortliches Handeln, das dem weit vorausging.

Sich vorher Katastrophen vorstellen, um später keine unvorstellbaren Katastrophen zu erleben

Für den Laptop hätte es längst eine Back-up-Lösung geben können oder das Speichern der Daten in der Cloud, und für das Geschäftsmodell hätte man sich viel früher mit den relevanten Trends beschäftigen müssen. Nichts davon liegt außerhalb des eigenen Verantwortungsbereiches! Dass man dies im Nachhinein natürlich idealisieren muss und dass wir gerade im Management Experten darin sind, unserer narzisstischen Umgehungsstraße Genüge zu tun, um uns selber einzureden, dass wir leider nichts dafür können, ist zwar durchaus menschlich und normal, aber umso weniger entschuldbar.

Im Sinne dieses Leitsatzes fällt mir mehr und mehr auf, dass die nachhaltig erfolgreichen Manager die Pessimisten sind. Die Schwarzmaler unter uns. Denn kein Geschäftsmodell auf dieser Welt ist unendlich, und keine Abteilung, kein Bereich hat demnach eine unendliche Daseinsberechtigung. Manche Dinge verschwinden nach Monaten, andere erst nach Jahrzehnten. Wer weiß nicht, dass die CD die Schallplatte, Internetalben die CDs und zuletzt Streaming-Dienste wie Spotify wiederum diese Internetalben, die man sich noch im iTunes-Store gekauft hat, verdrängt haben.

Wer dessen wirklich gewahr ist und sich dies bewusst macht, spürt die Verantwortung, sich regelmäßig damit auseinanderzusetzen, was ist, wenn die eigene Existenzbasis wegbricht. Wie sehen die strategischen Alternativen aus? Sicherheit aus dem naiven Glauben zu ziehen, alles würde so bleiben, wie es ist, und schon irgendwie werden, nennt man „Hoffnung“.

Hoffnung ist keine Strategie!

Trotz der Tatsache, dass Hoffnung keine Strategie ist, ist es dennoch erstaunlich, wie hoffnungsvoll so mancher Manager in diesem Sinne in die Zukunft blickt. Ob in der Automobilzulieferindustrie, dem Maschinenbau, bei den Energieversorgern oder in der Versicherungsbranche: Überall finden massive Veränderungen statt, und doch kümmert sich eine Vielzahl an Wettbewerbern reichlich wenig darum und hofft auf das Beste beziehungsweise glaubt, dass es schon irgendwie werden wird.

Verantwortungsbewusstes Verhalten besteht darin, sich regelmäßig Katastrophen vorzustellen. Richtig schwarzzumalen:

Was ist, wenn die Kfz-Versicherung morgen wegen des autonomen Fahrens völlig überflüssig ist?
Was mache ich als Händler, wenn der Kunde seine Lebensmittel morgen ausnahmslos im Internet kauft?
Privat dasselbe: Was, wenn meine heutigen Kompetenzen morgen von einem Roboter übernommen werden?

Diese kleinen Beispiele sind ebenso wenig absurd wie realitätsfern. Wer sich mit seinem Team bewusst mit möglichen Katastrophen auseinandersetzt, wird aus ihnen gezielt Geschäftsmodelle und Chancen generieren! Denn in jeder Veränderung steckt eine Chance. Vorausgesetzt, ich bekomme sie noch rechtzeitig mit.

Wenn ich natürlich mit 200 Stundenkilometern nur noch zehn Meter von der Wand entfernt bin, ist es vollkommen unwahrscheinlich, dass ich die Kurve noch kriege. Wenn ich mich jedoch zwei Kilometer vor der Wand damit beschäftigt habe, werde ich daraus Kapital schlagen können. Ich werde mir als Versicherer neue Geschäftsmodelle rechtzeitig überlegen können und gezielt Partnerschaften anbahnen, mit denen ich aus dem Trend des autonomen Fahrens neue Geschäftsmodelle entwickle. Ich werde im Handel gemeinsam mit den Produzenten Wege finden, neue Einkaufsplattformen und Einkaufserlebnisse im Internet zu generieren.

Somit gilt: Die Pessimisten sind langfristig die erfolgreichen Manager! Gewöhnen Sie sich an, sich mit Ihrem Team Katastrophen vorzustellen, um auch weiterhin erfolgreich zu sein und später keine unvorstellbare Katastrophe zu erleben.


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