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Der Segen des Mangels. Wie uns knappe Ressourcen erfolgreich machen

17. Juni 2019 | von Matthias Kolbusa | 0 Kommentare

17. June 2019 | by Matthias Kolbusa | 0 comments

Der Segen des Mangels. Wie uns knappe Ressourcen erfolgreich machen

Der Mangel ist in der Welt nicht wohlgelitten – von „Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln“ bis zur Umschreibung dysfunktionaler Wirtschaftssysteme als „Verwaltung des Mangels“. Juristen haben für den Mangel allerhand Paragraphen und Theologen den Himmel zur Hand. Aber wir Manager und Unternehmer?

Zunächst einmal haben wir Stress. Wir halten unsere Situation für ausweglos. Wir nehmen Dinge als gesetzt und versuchen, an den Variablen zu drehen, bis es sich wieder „gut anfühlt“. Wir zimmern To-do-Listen zusammen, wir schimpfen auf den Preiskampf und empfehlen eine Rabattrunde.

Der Mangel als Erfolgsfaktor

Das ist gewiss ein Beweis für die Kraft der (Auto-)Suggestion, aber nicht für den Einsatz unseres Verstandes. Der würde uns den Charme des Mangels vor Augen führen, als Erfolgsfaktor nämlich. Dieser Erfolgsfaktor der Ressourcenknappheit beherrscht uns auf drei Ebenen: der persönlichen, der unternehmensinternen und bei unseren Kunden.

  1. Der persönliche Ressourcenmangel

Unser Stress angesichts von Arbeitspensum, Kollegenerwartung und Zielvereinbarungen mit der Geschäftsleitung ist nicht der Ausweglosigkeit, sondern der Realitätsverweigerung gedankt. Wir tragen Scheuklappen, verengen den Blick auf das unmittelbar Anstehende, statt unsere Situation mit einem Schritt zurück aus kritischer Distanz zu betrachten. Knappheit sollte uns nicht quälen, sondern ein Signal sein, das angestrebte Ziel nochmal fest ins Auge zu fassen und nachzudenken, wie wir es mit den gegebenen Ressourcen erreichen können.

Aus der Vogelperspektive sehen wir unnötige Umwege und vermeidbare Hindernisse. Wir finden kürzere Wege, einfachere Strecken. Wir sehen, dass wir keinen Zwischenbericht schreiben müssen, wenn wir die ganze Etappe im Spurt nehmen. Wir verstehen, dass wir nicht die gesamte Truppe mobilisieren müssen, wenn sich einige wenige Pioniere ins Zeug legen. Wir begreifen, dass unsere Kunden nicht zufriedener werden mit der x-ten Befragung, wohl aber, wenn wir sie mit einer unerwarteten und zündenden Idee überraschen.

Berichte, Abstimmungen, Befragungen kosten Zeit und Energie, zahlen aber nicht auf das Ergebnis ein. Verabschieden wir uns von unnötigen und unnützen Routinen und Ritualen! Ich selbst zelebriere diese Disziplin mit Genuss tagtäglich unter dem Motto: „Rückwärts denken und vorwärts arbeiten“.

  1. Der unternehmensinterne Ressourcenmangel

Haben Sie in einer Budgetrunde schon mal erlebt, dass jemand weniger Geld verlangt als zuvor oder als erwartet? Falls ja, können Sie sich zu den wenigen Glücklichen zählen. In aller Regel sind Budgets immer mangelhaft und sogar „weiterfressende Mängel“. Es liegt in der Natur von Budgetverhandlungen, dass viel mehr gefordert wird, um am Ende mit ein wenig mehr dazustehen. Es wird auch immer mehr gefordert als im Vorjahr. Sonst sähe es aus, als täte man nichts. Zudem ist die Höhe des Budgets ebenso ein Statussymbol wie die größte Firmenkarosse auf dem besten Parkplatz.

Die Gründe für hohe Budgetforderungen verteilen sich wie in einer Gaußschen Glockenkurve. An den äußeren Enden sind zu etwa gleichen Teilen Tatsachen und Lügen verteilt (Lügen, weil man Budget für Dinge braucht, die nicht verhandelt werden oder die nicht zu verhandeln sind). Ihren Scheitelpunkt findet die Kurve bei der Verschleierung von Unvermögen, Mangel effizient zu managen. Der alljährliche Kampf ums Budget ist ebenso unwürdig und unnötig wie das Hamsterrad des persönlichen Ressourcenmangels.

Nehmen wir auch hier eine kritische und reflektierte Distanz ein: Nicht jedes Projekt muss ex ante mit einem festen Etat versehen sein. Planen Sie Ihr operatives Geschäft auf der Grundlage fundierter Daten, aber behalten Sie sich für Projekte und Detailfragen situative Entscheidung in schlanken Gremien vor. Mit einer guten Corporate Governance ist das viel effektiver als mit vorausgeplanten Budgetempfehlungen.

Klienten, bei denen ich dieses Prinzip etabliert habe, haben nicht nur Produktivität und Rentabilität gesteigert, sondern vor allem die Qualität der Zusammenarbeit und das unternehmerische Denken unter ihren Mitarbeitern.

 

Über genügend Ressourcen zu verfügen, nutzt nur wenig, wenn man nicht schnell genug managt. Damit Ihnen das nicht passiert, gibt es meine SECRETS OF EXECUTION® | Bd.4: Mit Geschwindigkeit Komplexität beherrschen. Den Zusammenhang zwischen Komplexität, unzureichender Performance und Geschwindigkeit durchdringen, die Sie hier kostenlos downloaden können. Oder Sie melden sich einfach zu einer meiner Veranstaltungenan.

 

  1. Der Kunden-Ressourcenmangel

Lassen Sie sich niemals unterjubeln, die Umsätze stagnierten, weil die Kunden kein Geld hätten! Misserfolge im Vertrieb haben nur einen Grund: Sie sind bei Ihren Kunden nicht Top-Priorität. Die Frage, die Sie sich und Ihren Verkäufern stellen müssen, lautet: Wie kommen wir ganz oben auf die Prioritätenliste? Das ist schlicht die Frage nach dem Nutzen, dem Mehrwert Ihres Angebots.

Fragen Sie sich, wie Ihre Kunden erfolgreicher sein können. Stellen Sie Ihre Produkte und Dienstleistungen auf den Prüfstand. Kämpfen Sie um die Priorität bei Ihren Kunden – um deren knappe Ressourcen Zeit und Geld! Auf diesem Feld wird die Schlacht gewonnen. Kämpfen Sie nicht gegen Ihre Wettbewerber! Gegen die erreichen Sie nur Pyrrhussiege. Es kostet Sie mehr als es Ihnen bringt. Das können Sie sich angesichts der allgemeinen Knappheit der Ressourcen nicht leisten.

Wie lange habe ich beispielsweise darum gekämpft, dass meine Klienten aus der Filmindustrie von den anderen Filmstudios abließen, um es mit Ihren wahren Gegnern aufzunehmen: dem Internet und den Multimedia-Spielkonsolen. Begrüßen Sie den Mangel als das, was er ist: ein Segen! Denn er zwingt Sie zur Konzentration auf das Wesentliche.

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