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Blender im Management und wie aus Talenten Eckpfeiler werden

24. Oktober 2017 | von Matthias Kolbusa | 0 Kommentare

24. October 2017 | by Matthias Kolbusa | 0 comments

Man trifft sie im Management, und das immer und überall. Wenn es entspannt und problemlos läuft, sind sie der Grund dafür. Sie sind der Garant für den Erfolg, der Fels in der Brandung. Kommt jedoch Druck auf oder entsteht gar eine Krise, werden sie zum Spielball der verschiedenen gegenläufigen Kräfte. Vom Fels in der Brandung kann dann keine Rede mehr sein. Ganz im Gegenteil: Sie werden ausfallend, beschuldigen andere und suchen die Ursache für die Schwierigkeiten stets bei den anderen. Ihr Selbstbewusstsein schwindet dahin. Es hat generell eine hohe Schwankungsbreite (siehe Grafik unten). Ich spreche von den Blendern im Management. Ihr Selbstbewusstsein ist nicht ausgeprägt, es ist nicht gefestigt. Die Blender schaden mehr, als sie nützen. Denn wenn alles einfach von selber läuft, sind Manager im Grunde überflüssig.

Doch damit nicht genug: Die Blender haben einen geringen Selbstwert. Sie werden bezüglich ihrer Kompetenz weder von den anderen noch von sich selbst wirklich hoch eingeschätzt. Deshalb verspüren sie auch immer wieder das Bedürfnis, das wenige, was sie wirklich können, möglichst gut zur Schau zu stellen. Oder eben auch mit Nichtwissen möglichst zu glänzen – etwas, was sie im Allgemeinen ausgesprochen gut beherrschen.



Unser Job im Management muss sein:

- Blender eliminieren, denn sie schaden mehr, als sie nützen,
- Talente zu Eckpfeilern machen.

Denn je reifer wir im Management sind, wir selbst, unsere Kollegen und unsere nächste Führungsebene, desto produktiver und innovativer geht es zu.Wollen wir eine Leistungskultur etablieren, müssen wir nicht nur die Blender aus dem Spiel nehmen, wir selber müssen zu echten Eckpfeilern werden und auch unsere Kollegen und Mitarbeiter dazu machen. Um dies zu erreichen, gilt es, gezielt das Selbstbewusstsein und den Selbstwert zu steigern.

Was ist Selbstbewusstsein? Zunächst ist es schlicht das Bewusstsein einer Person ihrer selbst im jeweiligen Moment. Was denke oder fühle ich gerade? Gepaart ist dies mit einem bewusst positiven Blick in die Zukunft, einem starken Urvertrauen, die Dinge in den Griff zu bekommen und gesetzte Ziele zu erreichen.

Stabil ist dieses Selbstbewusstsein, wenn die eigene Bewusstheit darüber, was man selber gerade denkt und fühlt, mit einer Reflexion einhergeht. Eben nicht jemand zu sein, bei dem man nur ein bestimmtes „Knöpfchen“ drücken muss, um dieses oder jenes zu erleben oder zu sehen. Die „Challenge“: Je druckvoller, je stressiger die Situation, desto schwieriger ist diese bewusste Reflexion, um wirklich selbstbewusst zu handeln. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Zwei Hebel gibt es, um bei sich und anderen gezielt das Selbstbewusstsein zu steigern:

1. Zuversicht
Zu verstehen ist hierunter der stete Glaube daran – ohne naiv zu sein –, dass die Dinge gelingen werden. Ob man sich privat in einer Krise befindet oder bei einem Projekt festgefahren hat, man muss sich fragen: Was sind die Schwierigkeiten, die mich nicht weiterkommen lassen? Verleugnung ist keine Alternative! Es gilt, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen, um dann mit Zuversicht die Probleme anzugehen und die Schwierigkeiten zu überwinden.

2. Bewusstheit
Wenn alles „easy“ ist, ist das mit der Zuversicht geradezu ein Selbstläufer. Beweisen muss sich das Selbstbewusstsein jedoch, wenn die Hütte brennt, es hektisch zugeht, Murphy’s Law wieder einmal seine Gültigkeit beweist und zuschlägt – und das alles unter Umständen gleichzeitig. Es geht um die Stabilisierung, das Festigen des eigenen und des Selbstbewusstseins der ganzen Mannschaft.
Wie man das anstellt? Hierzu zwei Ansätze:

-
Beobachten Sie sich selber! Sie sind in einem Meeting, in einer Sitzung des Lenkungsausschusses oder im Gespräch mit einem Kollegen in der Kaffeeküche. Jetzt setzen Sie einen kleinen Teil von sich, einen guten Geist oder was auch immer Sie sich vorstellen möchten, in eine Ecke des Raumes. Dieser Teil von Ihnen beobachtet Sie nun sehr aufmerksam. Was sehen Sie? Trainieren Sie Ihren inneren Beobachter, und Ihre Souveränität und Ihre Bewusstheit für Sie selbst nehmen automatisch zu. Viel mehr ist nicht zu tun. Das Beobachtete verändert sich allein schon durch die Beobachtung, wie in der Quantenphysik.

- Sie diskutieren mit Ihrem Team ein Problem, und eine Entscheidung muss gefällt werden. Die Argumente für beziehungsweise gegen eine bestimmte Vorgehensweise werden ausgetauscht, die Emotionen kochen hoch. Das ist gut, denn es ist Leidenschaft im Spiel! Doch wenn die Fetzen fliegen, ist wenig Selbstbewusstsein im Spiel. Es geht darum, gemeinsam erfolgreich zu sein, und nicht darum, dass jemand recht hat bei der Beurteilung, was „richtig“ oder „falsch“ ist. Der Krieg finden draußen statt! Sagen Sie „Stop!“, wie beim Fußballtraining. Halten Sie in der Diskussion inne und klären Sie kurz mit Ihrem Team, was Sie eigentlich erreichen möchten: gemeinsam die beste Lösung finden. Reflektieren Sie kurz, was bisher geschehen ist, und werden Sie sich gemeinsam Ihres Verhaltens „bewusst“. Auch hier ist nicht viel mehr zu tun. Sie werden sehen: Danach geht es produktiver und offener zu zwischen den Beteiligten.

Im nächsten Beitrag widme ich mich dem anderen Phänomen: dem Selbstwert. Beides zusammengebracht – Selbstbewusstsein und Selbstwert – machen echte Eckpfeiler, echte Leistungskulturen aus.

Ihr Matthias Kolbusa

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