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Außergewöhnliche Leistungen: Voraussetzungen, Trugschluss und Konsequenz

25. April 2017 | von Matthias Kolbusa | 0 Kommentare

25. April 2017 | by Matthias Kolbusa | 0 comments

Wer möchte in seinem Job nicht außergewöhnlich gut und erfolgreich sein, Leistungen vollbringen, die einen zufriedenstellen und auf die man stolz ist? Was sind die Quellen, denen solche Ergebnisse und folglich auch die Momente der Zufriedenheit entspringen? Eine nüchterne Wahrheit sei vorweggeschickt: Außergewöhnliche Leistungen sind bei aller möglichen Begabung niemals das Ergebnis von Spaß und Freude. Sie sind das Ergebnis kontinuierlicher harter Arbeit und der immer wieder erfolgreichen Überwindung der eigenen Trägheit.

Der Überwindung von Trägheit insofern, als außergewöhnliche Leistungen niemals das Ergebnis dessen sind, was wir zu leisten haben. Aufgaben oder Ziele, die systembedingt durch Vorgesetzte, Kollegen oder Mitarbeiter notwendigerweise erledigt beziehungsweise erreicht werden müssen, sind die Pflicht, nicht die Kür – und keineswegs das, was zu außergewöhnlichen Ergebnissen führt.

Könnte die Alternative beziehungsweise die Lösung darin bestehen, mehr zu arbeiten? Wohl kaum. Die zentrale Frage ist, ob sich die Dinge wie Arbeit anfühlen und was dazu führt, dass wir unsere begrenzte Willenskraft auf das richten, was den größten Effekt hat.

Glauben Sie ernsthaft, dass Sie nach einem Lottogewinn jeden Tag bei 30 Grad im Schatten in der Hängematte einen Cocktail nach dem anderen trinkend zufrieden wären? Wohl kaum.

Was würden Sie anderes machen, wenn Sie ein paar Millionen Euro im Lotto gewinnen würden? Würden Sie aufhören zu arbeiten? Den Job, den Sie gerade ausüben, an den Nagel hängen? Wenn Sie diese Frage mit Ja beantwortet haben, dann machen Sie es bitte und seien Sie kein Feigling, der seine Lebenszeit mit etwas verschwendet, das nur scheinbar „sein Ding“ ist. Nichts zu tun ist nicht die Alternative. Ganz schnell kommt man dabei ins Grübeln über tief gehende und nicht zu lösende Sinnfragen. Am Ende landet man bei „Worin besteht der Sinn meines Lebens?“. Das ist eine Frage, die nicht wirklich zu beantworten ist und auf die es auch keine Antwort braucht!

Was es braucht, ist ein Auftragsverständnis: Klarheit darüber, was einem Zufriedenheit verschafft, wenn es erledigt ist – und das immer wieder. Die Frage, ob mir mein Job Spaß macht, ist die falsche! Die Frage, ob ich gut bin in dem, was ich mache oder nicht, ist die falsche! Die Frage, ob ich für das, was ich leiste, genug Geld und soziale Anerkennung bekomme, ist die falsche! Einzig und allein die Frage, was mich, nachdem ich es erreicht, nachdem ich es geschafft habe und das Ergebnis betrachten darf, zufrieden macht, ist entscheidend! Was führt zu den kurzen Momenten, in denen man auf das Ergebnis tage-, wochen- oder gar jahrelanger Arbeit blickt und eine tiefe Zufriedenheit empfindet – die dann früher oder später wieder abgelöst wird durch Unzufriedenheit. Und genau diese Unzufriedenheit ist der Motor, der zu außergewöhnlichen Leistungen antreibt. Das Umkehren dieser Unzufriedenheit in ihr Gegenteil geschieht, indem man sich dem Auftrag mit aller Leidenschaft hingibt. Dabei fühlt sich das, was es zu tun gilt, nicht wie „Arbeit“ an. Das macht es jedoch nicht unbedingt einfacher, und es braucht auch hierbei Überwindung, die notwendigen Dinge zu tun, denn: Von nichts kommt nichts.

Die Voraussetzung

Die Voraussetzung für außergewöhnliche Leistungen ist somit, Klarheit darüber zu haben, was der eigene Auftrag ist. Meiner ist es, Beratern und Managern dabei zu helfen, so schnell wie möglich eine außergewöhnliche Wettbewerbsstärke zu erreichen. Der Auftrag eines befreundeten Managers im Innovationsbereich besteht darin, den Markt und die Wettbewerber immer wieder mit neuen Produkten zu überraschen. Der Auftrag einer guten Freundin ist es, das Leid von misshandelten Kindern zu lindern, der eines guten Freundes, Verbrechen aufzuklären. Der Auftrag eines Forschers besteht darin, dem Rätsel des Quantensprungs auf die Schliche zu kommen.

Sie sehen: Es ist ganz einfach. Es sind keine ausschweifenden Antworten auf tiefschürfende Sinnfragen vonnöten, sondern einfach nur ein Auftrag. Dieser kann und darf sich im Leben auch gerne das eine oder andere Mal ändern! Was ist Ihr Auftrag?

Der Trugschluss

Der Trugschluss besteht darin anzunehmen, dass es einfach ist, diesem Auftrag gerecht zu werden. Wir Menschen sind träge. Auf der anderen Seite jedoch geht uns unsere Trägheit früher oder später nicht nur sprichwörtlich, sondern auch tatsächlich auf die Nerven: Wir fühlen uns unzufrieden, sind angespannt und genervt: von uns selbst, von unserer eigenen Trägheit. Zufriedenheit stellt sich erst dann wieder ein, wenn wir unsere Trägheit überwunden, uns eine Aufgabe oder ein Ziel gesetzt und sie erfüllt beziehungsweise das Ziel erreicht haben. Ob es im Kleinen das Aufräumen des Kleiderschrankes oder im Großen die Realisierung eines umfangreichen Projektes ist, das Ergebnis ist Zufriedenheit! Es fällt uns umso leichter, diese Trägheit immer wieder zu überwinden, je klarer wir in unserem Auftrag sind. Er muss nur authentisch sein: Was macht uns wirklich zufrieden? Es geht nicht darum, was uns am meisten Anerkennung oder Geld einbringt. Das trägt nicht weit, denn es liefert nicht genug tägliche Überwindungsenergie. Um Außergewöhnliches zu leisten, braucht es reichlich Überwindung, und das immer wieder und abseits jeglichen Talents. Nebenbei bemerkt: Talent ist ein Faktor, der überbewertet wird.

Die Konsequenz

Die Konsequenz daraus ist, dass es nicht einfach ist, außergewöhnliche Leistungen zu vollbringen. Es ist noch nicht einmal einfach, ein zufriedenes und ausgeglichenes Leben zu führen. Ist der Auftrag einmal klar, bedarf es des Willens und der Disziplin, sich in dem, was der Auftrag von einem verlangt, immer wieder weiterzuentwickeln. Wille und Disziplin speisen sich aus der Aussicht auf zufriedene Momente. Die Freundin unserer Familie, deren Auftrag es ist, das Leid misshandelter Kinder zu lindern, entwickelt ihre Fähigkeiten immer weiter: psychologische Studien durcharbeiten, neue Zugangswege erproben etc. Und das neben der nicht einfach zu ertragenden täglichen Arbeit. Ebenso der Innovationsmanager, der Zeit und Energie in seinen Auftrag steckt, um neben der „eigentlichen“ Arbeit immer wieder auf neue Ideen zu kommen. Er trainiert sich darin, diffus zu denken, synergetisch mit Input aus ganz anderen Industrien und aus allen möglichen Ecken der Welt die eigene Kreativität zu befeuern. Fühlt sich das für diese Menschen wie Arbeit an? Nein. Es ist die konsequente Erfüllung des eigenen Auftrages. Die beiden gehören übrigens zu den Besten ihres Faches. Und das nicht, weil es ihnen wichtig ist. Vielmehr ist es das natürliche Ergebnis ihrer Bemühungen.

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