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Auf eine Null kann man nicht zählen.

01. April 2018 | von Matthias Kolbusa | 0 Kommentare

01. April 2018 | by Matthias Kolbusa | 0 comments

Integrität statt Intrigen im Management

Alarmstimmung im Vorstand des Handelskonzerns. Der CEO tobt: „In vier von sechs Gebieten gehen die Zahlen in den Keller. Was ist denn da los? Ziehen die neuen Outlets nicht?“

Der Immobilienverantwortliche und die Produktchefin ziehen den Kopf ein – nutzt aber nichts. Die Produktchefin erwischt es zuerst. „Wie schaut’s denn aus bei Ihnen? Wollen die Kunden uns nicht mehr?“ Zum Glück für sie liegt der Vertriebsleiter mit 39 Fieber im Bett und kann sich nicht wehren: „Unsere neuen Produkte sind klasse. Der Vertrieb ist schuld. Da bin ich sicher.“ Der Immobilienplaner pflichtet ihr bei. „Definitiv. Wir stellen ihm total moderne Outlets hin, und er kriegt sie nicht ans Laufen.“

Keine Rede davon, dass die Produktfürstin den Trend zu nachhaltigen Textilien verpennt und dass der Immobilienkollege die Hälfte der Outlets auf einer grünen Wiese gebaut hat, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Dafür konnte er mit den Erschließungs- und Baukosten prahlen und hat sich dafür feiern lassen. Jetzt schlägt das Pendel zurück, weil sich entweder die Rollouts verzögern oder die Kunden den fertigen Stores fernbleiben. Wie schön, dass einer die Grippe hat, dem man genüsslich alles in die Schuhe schieben kann.

Dem CEO kommt das irgendwie Spanisch vor. Seine Erfahrung lehrt: Wenn die Meute einen Wehrlosen zur Null stempeln will, besteht sie meist selbst aus Nullen. Und bisher war es doch immer der Vertriebschef, der die Kastanien für die anderen aus dem Feuer geholt hat. Intriganten aber, das weiß er nur zu gut, muss man in flagranti ertappen. Also will er Zahlen haben. Denn er hat gelernt, nichts zu glauben, was er nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Dabei fällt ihm ein Zitat von Marc Aurel ein, das ihn seit vielen Jahren als Wahlspruch begleitet: „Aufrecht muss man sein, nicht aufgerichtet.“

Dass Intrige über Integrität siegt, hat wohl jeder Manager schon erlebt. Was sind Ihre Beispiele? Und wie reagieren Sie darauf? Lassen Sie die Faust in der Tasche oder hauen Sie auf den Tisch? Glauben Sie unbesehen, was man Ihnen auftischt oder legen Sie rigoros den Finger in die Wunde? Zu denen, die andere in die Pfanne hauen, um von sich selbst abzulenken, gehören Sie doch sicher nicht. Oder?

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