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5 Management-Tabus, die Sie brechen müssen

24. März 2018 | von Matthias Kolbusa | 0 Kommentare

24. March 2018 | by Matthias Kolbusa | 0 comments

Tabu1: Bloß nicht den Abflug machen!
Sie sitzen verliebt im Kino. Die Kinder bei Oma und Opa. Die Vision: Ein toller Film, ein Late Night Snack bei Kerzenschein und eine Nacht, wie Sie sie lange nicht hatten. Die Realität: Der Blockbuster entpuppt sich als Rohrkrepierer. Eisern halten Sie durch. Über zwei Stunden. Müde schwingen Sie sich ins Taxi. Schnell noch ein Käsebrot. Dann fallen Sie beide erledigt ins Bett.

Frage: Was wäre schlauer gewesen?

Ortswechsel: Sie sitzen im Meeting, in dem Sie offenbar nichts verloren haben. Trotzdem kleben Sie an ihrem Sitz bis Hintern und Stuhl eine symbiotische Liaison eingegangen sind. Schließlich gehört das zum Ehrenkodex auf der Chefetage - egal ob Sie etwas beizutragen haben oder nicht.

Sollten Sie sich nicht besser einfach empfehlen? Nein: Sie müssen! Sie sind nicht dem Kodex der Häuptlinge, sondern dem Fortschritt Ihres Unternehmens verpflichtet. Und wenn Sie an anderer Stelle produktiver sein können, heißt es, elegant den Abflug zu machen.

Tabu 2: Bloß keine Widerworte geben!
Raumschiff Enterprise: Kennen Sie die Oberste Direktive? Die Sternenflotte hält sich heraus, wenn sie Zivilisationen begegnet, die noch nicht mit Lichtgeschwindigkeit fliegen. Der Planet des unterentwickelten Volkes droht zu explodieren? Egal. Hauptsache, keine kulturelle Kontamination.

Frage: Was würde James T. Kirk, der Captain tun?

Ortswechsel: Der Chef will ein Konzept, das niemand braucht und keiner will. Alle dematerialisieren sich, als würde das Mauerblümchen ein Opfer zum Klammerblues suchen. Leider waren die anderen fixer als Sie. Sie machen gute Miene zum unsinnigen Konzept und schieben es auf die lange Bank.

Ist das schon "der Kirk" und eines Captains würdig? Auf keinen Fall. Etwas Unsinniges einfach nicht zu machen, ist kein gerechter Ungehorsam, sondern dumm. Irgendwann fällt es Ihnen wieder auf die Füße. Dann müssen Sie es durchziehen, egal wie blöd es ist. Der Ausweg: Sprechen Sie es an. Ungehorsam muss manchmal sein - aber wenn, dann konstruktiv. Machen Sie bessere Vorschläge. Die haben Sie doch, wenn Sie wissen, dass das Konzept so nicht funktioniert. Oder?

Tabu 3: Bloß nicht persönlich werden!
Ihr Sohn hat Bauchweh. Eine Magenverstimmung, sagt der Doc und verschreibt ein paar Tropfen. Ein paar Stunden später: Sie im Krankenwagen mit einem Notarzt, einem Kind und einer Blinddarmentzündung.

Frage: Bringen Sie dem Arzt schonend bei, dass ihm möglicherweise ein Fehlerchen unterlaufen ist?

Ortswechsel: Morgen ist Betriebsversammlung. Ihre Ansprache ist fertig. Was noch fehlt, sind die Analysen dazu. Im Abschlussmeeting stellt sich heraus, dass die Tochter des Controllers an Masern laboriert. Dumm nur, dass er deshalb die Präsentation nicht fertig. "Aber morgen, bevor Sie auf die Bühne gehen, ist sie da. Ehrenwort!"

Dürfen Sie jetzt, trotz Masern, sagen, dass Sie so mit ihm nicht arbeiten können? Das müssen Sie! Wer nicht kritisiert, ist illoyal dem Unternehmen gegenüber und tritt die Leistungskultur mit Füßen. Dass klare Kritik auch persönlich wirkt, ist kein Bug, sondern ein Feature. Dafür müssen Sie Scham und Schuldgefühle nicht extra forcieren. Die kommen von selbst und gehören dahin.

Tabu 4: Bloß nicht aufstecken!
Nur noch acht Kilometer bis zwanzig. Wie jeden Samstag. Egal ob es stürmt oder schneit oder ob Aliens Ihre Heimatstadt angreifen. Die Wade zwickt schon seit dem Start? Indianer kennen keinen Schmerz. Plötzlich: Ein Knall, ein Fall, und einen Notruf später liegen Sie in Klinikum - mit gerissener Achillessehne.

Frage: War es clever, einfach weiterzurennen?

Ortswechsel: "Das war doch so abgemacht. Jetzt ziehen wir es auch durch. Bleiben Sie mir mit Ihren neuen Prognosen vom Leib!" Ihr Abteilungshäuptling ist auf 180. Sein Prestigeprojekt, die neue Prozesssteuerung, droht zu floppen. Hat ohnehin schon eine Million gekostet. Da kommt es auf die zweite für ihn auch nicht mehr an. Zuerst mal fertigmachen. Dann kann man immer noch weitersehen.

Machen Sie den Wahnsinn mit? Bloß nicht. Stoppen Sie das Projekt. Zur Not müssen Sie weiter oben das Okay dafür besorgen. Auch wenn Ihnen der Häuptling aufs Dach steigt. Selbst der beste Indianer kann keine toten Pferde reiten. Für den Mut, sich gegen den maroden Gaul stellen, werden Sie bezahlt.

Tabu 5: Bloß keine Baustellen!
Mist! Die Seifenkiste für Ihren Sohns ist noch nicht fertig. Mit der Spur stimmt was nicht, und die Lackierung fehlt. Sie hatten einfach zu viel um die Ohren. Erstmal lackieren! Sie wollen sich doch nicht blamieren. Das mit der Spur wird schon hinhauen. Außerdem sind morgen genug Strohballen an der Strecke.

Frage: Was hätten Sie Ihrem Vater in so einem Fall gesagt?

Ortswechsel: Hochglanz im Lenkungsausschuss. Die Präsentation: ein Augenschmaus. Wie hat der bloß den Metallic-Effekt in die Textfelder bekommen? Sie haben einen echten Künstler rekrutiert. Die Programmchefin stänkert. "Die Zahlen sind nicht zu Ende gedacht. So können wir den Kick-off nicht starten.

"Bloß Pech, weil alles so plausibel wirkte? Mitnichten, wenn Sie mit Ihrem Assistenten die Perfektion an der falschen Stelle suchen. Hätten Sie sich mal besser auf die Kalkulation konzentriert. Geschwindigkeit ist Trumpf im Management. Lieber schnelle, schmutzige Qualität, die immer besser wird, als Perfektion, die nicht an den Start kommt, weil sie nie erreicht werden kann. Selbst die Zahlen müssen nicht perfekt sein. Nur so belastbar, dass Sie loslegen können.

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